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BIEBESHEIM (BOSC-FETE) AUKTIONSHALLE 18.3.2006 Nach Gerolzhofen und Dampfach gilt es, die dritte BOSC Fete mit den Liedern der ultimativen vier Rock´n Roll Riesen adäquat zu beschallen, bzw. deren Hörige entsprechend Tribut mäßig zu versorgen. Futter für die Seele. Wohlan Freunde, die Freude ist ganz unsererseits. Bereits um 9 Uhr starten wir nach Biebesheim. Krokusse blühen zwar noch nicht, dafür anfangs um so zahlreicher die Eisblumen an den Scheiben der wiederum geleasten Karre. Man friert sich mal wieder arktisch den Arsch ab in diesen verdammt verfrosteten Breitengraden, damit die Jungz dann 13 Stunden später auf der Bühne im eigenen Schweiß schwimmen. Kurz hinter Schröder Town (Kennzeichen „H“, also halbe Hamburger) sammeln wir unsere heutige, keinesfalls namentlich genannt werden wollende Gast Merchandise ein. Die Deern sitzt einsam und verlassen auf der Leitplanke direkt an der Straße. Schräges Grinsen durch noch schrägere, keineswegs gerechtfertigte Assoziationen. Ein Lump sei, wer da falsch spekuliert... Wie intoniert doch die „beste Schlager Combo der (kranken) Welt“? Männer sind Schweine. Grobiane (Pseudonym) bringt ein zweites Frühstück mit an Bord. Plus pluralistischer Lakritz Leckereien, plus BOSC Magazinen und auch das soeben erschienene Buch von dem allseits verehrten Herrn, der die Gitarre so gekonnt aufgonzen läßt. Was für Bilder von Juni 2005! Wir ham noch 350 km vor uns. Leider auf der Straße. Ein Hubschrauber müßte röhr, pardon, her. Obendrein erhält jeder ein paar Miniatur Handschellen zum Anstecken ans Bomberjacken Revers. Ein absolutes Pilot Projekt nahe bei Lack und Leder. Die Grenzen zwischen der beruflich bedingten Symbolik von Freundin/Helferin sowie Fessel Sex verlaufen völlig fließend in groteske Grauzonen. Grrrr...... Mike Krüger, blasphemischer Blödelbarde und banaler Beat Büttel aus dem quirligen Quickborn, blökt via CD seine derben Attacken auf Zwerchfell und Lachmuskulatur bis die Oberschenkel glühen. Dauerklatschen tut halt irgendwann weh. Schluß, Ende, Aus. Wer zuviel grinst, läuft Gefahr, wie Rex Gildo zu enden. „Disturbed“ bringen uns aufgeschraubt auf voll vehementes Verdampfungs Volumen mit ihrer megageilen Mucke in die real rabiate Rock Realität zurück. Die Skyline der Main Metropole fliegt an Backbord vorbei. Whole lotta Hochhaus. Irgendwo da drinnen muß die „Frankfurter Rocksau“ ihr kreatives Unwesen getrieben haben. Schön, daß es nicht über Düsseldorf geht. Wir entern die für ein Konzert bestens konzipierte Halle, in der früher offensichtlich vierbeinige Viecher mit Eutern und Hörnern auktioniert wurden. Davon zeugen etliche massive Eisenringe an den Wänden. Daran spontan gehässiger Geisteblitz könnten dann auch, natürlich nicht offiziell, zweibeinige, allerdings weitaus weniger nützliche Kraeturen, angekettet werden. Mißliebige Neider, Wirtshausschläger, Denunzianten und Gästebuch Beschmutzer. Ein großer Teil der BOSC „Familie“ inkl. Häuptling und Squaw weilt bereits vor Ort und die Begrüßung ist wie üblich herzlich. Der besagte Bus glänzt vor der Halle in der Sonne und verleiht dem Szenario einen wirklich offiziellen Anstrich. Bühne und Schlagzeug Podest sind absolut perfekt, der abgeteilte Bereich daneben ist bereits mit Flüssigem versehen, ebenso wie der eigentliche Aufenthaltsraum Mitte Steuerbord vom Gemäuer. Für Aufbau und Klangtest ist massig Zeit, die entsprechend genutzt wird. Ein unbekannter Schalk stellt „Südtiroler Schüttelbrot“ zu Verfügung, eine komplett konzentriert kümmelige Knäcke Cracker Kopie, dessen ätzendes Aroma sofort ein Bier zur notwendigen Neutralisierung gepeinigter Geschmacksnerven verlangt. Jede Wette, bei dem Zeug schleichen sich selbst Vampiere. Die eigentliche Verköstigung direkt in die Halle geliefert ist dann der perfekte Potpourie aus paniertem Parade Pomp und prädestinierter Promotion für die hiesige Metzgergilde schlechthin. Schnitzel in der Größe eines Hi Hat Beckens. Der Bruzzler muß eine Bratpfanne in Badewannen Größe haben. Ca. ¾ Kilo wiegt so ein Teil. Unfaßbar. Wer soll das essen ohne zu platzen? Anke, sympathische, BOrkum hörige „Vereins Knipse“ (so steht´s auf ihrem Leibchen) vom Veranstalter „Just for Fun 96 e.V. schießt heute Nacht die Photos mit einem offensichtlich Waffenschein pflichtigen Objektiv. Volles Rohr. Außerdem stiftet die Gute aus ihrem Privatbesitz die notwendigen Frottee Handtücher für die Herren Musikanten. Glatte EINS. Die Hütte füllt sich langsam und auch der eine oder die andere Punkerin im BOSC shirt ist zugegen. Alternative Subkultur im Publikum. So soll es sein. Es wird vereinbart, den ersten Set von 22.15 bis 23.45 Uhr zu spielen. Der liebe Nachwuchs unter 18 Jahren muß zur Geisterstunde leider wie üblich das Weite suchen. Jugendschutz oder kollektive Bestrafung für „Zu jung sein“? Nun ja, es ist wie es ist und eine Tinktur für schneller werdende Volljährigkeit ist z. Zt. noch nicht im Handel. Die Stimmung unter den mittlerweile 1200 Party Wütigen ist nach den ersten Akkorden sofort losgelöst bis euphorisch. Ein angenehmes Publikum mit humaner Auffassung von Pogo und frei von Aggressionen. Es folgt während des gesamten Auftritts mal wieder eine Dröhnung mit gegenseitigen Synergien in Sachen Spirit und Energie. Gruppendynamik im doppelten Sinne. Erst recht, als nach der Fußball Hymne die Sombreros ins Publikum fliegen. Die Merchandise Mädels tanzen auf dem Tresen und strahlen um die Wette. Achimos obligate Absage an politischen Extremismus kurz vor Ende des ersten Sets wird von tosendem Beifall begleitet. Kurze Pause. Schweiß abtrocknen, Luft schnappen, Muskeln lockern, pinkeln und gleich wieder Flüssiges nachfüllen. Auch im zweiten Teil zelebriert die Meute eine sangesfreudige Phonzahl, die wohl jedem Musiklehrer den blanken Neid abringt, weil sie ihm in seiner Aula versagt bleiben wird. Aktive „Volksmusik“ mit höchstem Begeisterungspotential in deutscher Sprache hat eben nur einen Namen: ONKELZ. Basta! Günter ist mit 15 Leutchen angereist. Und Tochter Melli, ganz Nachwuchstante, hat um 00 Uhr Geburtstag, genau wie unser Marc. Ganz Gentlemen like wird ausnahmsweise ein Ständchen geschmettert und alle singen mit, selbstredend nicht als Superstars... Auch einem Teil der erprobten Security ist das gebotene Liedgut offensichtlich nicht ganz unbekannt.... Ebenso dezent veräußert textsicher wie routiniert ist die Gang ohne gefordert zu sein unaufdringlich aber respektvoll vor Ort. Aber das haben wir bei Vollprofi Thomas Hess als BOss zu keinem Zeitpunkt anders erwartet. 2 Zugaben Sets werden lautstark gefordert und die Bande setzt letzte Reserven frei. Die PA schwächelt ein wenig. In der vorderen Hallenhälfte wummst es zwar recht kräftig, im hinteren Bereich fehlt indes der notwendige Druck. Unterm Strich aber eine absolut gelungene Veranstaltung, gemeckert hat jedenfalls keine/r. Im Gegenteil, zufriedene bis glückliche Gesichter sprechen eine eindeutige Sprache und die Veranstalter vom „JFF 96 e.V.“ haben allerbeste Laune anläßlich der Geschehnisse der Nacht zum 10 jährigen Jubiläum. Im Biebesheimer Hof, komplett mit BO und ENKELZ Süchtigen ausgebucht, steigt dann noch eine spontane Fete, die es in sich hat. Die Nacht ist kurz oder findet gar nicht erst statt.... Nach und nach trudeln kurz vor Mittag die teils trostlosen Träger entgleister Gesichtszüge ein. So zwischen „geplatztes Sofa“ und „wohl an die Schleuse geschwommen“ bewegen sich die Kommentare. Eine wenig vitale Ansammlung von Zweibeinern, die jedem Visagisten erhebliche Mühe in Sachen optischer Trümmerbeseitigung abverlangen würde. Auf der Brötchen Aufback Anlage lümmelt sich, feist grinsend, eine erstklassig gestaltete Figur namens Sensenmann. Die Kapuze keck aus dem skelettierten Antlitz gezogen und das nierdermähende Werkzeug lässig beiseite gelegt. Keine Frage, der Typ genießt seine Pause perfekt posend über der Hitze, während direkt unter ihm im elektrisch entfachten Höllenfeuer die Backwaren schmoren. Ein Hauch von verbranntem Schwefel liegt in der Luft, farblich manifestiert durch recht dunkle Unterböden der Schrippen, Semmeln, Rundstücke etc. Die sportive Gruppen Abschlußübung „Jeder umarmt Jeden“ gelingt allseits mit Bestnoten. Bis zum nächsten mal in trauter Besetzung heißt es: Tschüß Frau Rauscher, Adioz Hessen. Knutzen
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